First Responder-System FW Rafz-Wil
Bis im Jahre 2025 gehörte ich 13 Jahre der Freiwilligen Feuerwehr Rafz-Wil an. Zuletzt im Range eines Offiziers (Leiter First Responder-Gruppe / zuständig für Sanitäts-Themen).
Durch meine berufliche Tätigkeit wurde mir damals die Notwendigkeit eines First Responder-Systems im Rafzerfeld bewusst, da die Interventionszeit des zuständigen Rettungsdienstes viel zu lange dauert. Dies bedeutet, dass bei Herz-Kreislauf Stillständen akute Lebensgefahr besteht, bzw. von einem schlechteren Outcome ausgegangen werden muss. Im 2015 erarbeitete ich daher ein Konzept, suchte das Gespräch mit den zuständigen Entscheidungsträgern (Gemeinde Rafz & Rettungsdienst Bülach) und nach dem Ok durch die Feuerwehr-Kommission startete im Frühling 2016 die erste First Responder-Gruppe des Zürcher Unterlands. Stolz blicken wir auf viele Hilfeleistungen sowie dem Beitrag an ein gutes Outcome (gesundheitlicher Ausgang des Ereignis) zurück!
Erfolgreiche Petition
"Tempo 30 während der Umleitungsphase"
Die Ankündigung des Kantons, dass die Umfahrungsstrasse für einige Wochen nicht befahrbar ist und deshalb der ganze Verkehr von DE/SH durch Rafz geleitet wird, löste bei vielen Betroffenen Unbehagen, Unverständniss oder sogar Angst aus. Diese Gefühlslage war anlässlich der Information durch die Schulpflege merklich spürbar. Insbesondere auch, weil durch die temporäre Schliessung des Schulhaus Götzen, viel mehr Schulkinder die Hauptstrasse kreuzen mussten. Gemäss den Zuständigen der Schulpflege sowie der Gemeindeverwaltung Rafz ging die Kantonspolizei Zürich auf geforderte Massnahmen nicht ein. Kein Übergang möglich, keine Temporeduktion, keine Ampeln etc. Obwohl diese Massnahmen auf wenige Wochen beschränkt gewesen wären.
Meiner Frau und mir passte dies überhaupt nicht, wie auch vielen betroffenen Eltern. An diesem Abend entschloss ich, eine Petition zu lancieren und in kurzer Zeit hatte ich 695 Stimmen zusammen. Der Kanton lenkte ein und tatsächlich wurde möglich, was bisher noch nie geschehen war: Auf einem wichtigen Teilstück der Kantonsstrasse wurde ein temporäres Tempo 30 Regime eingeführt.
Glücklicherweise dauerte die Baustelle nicht so lange wie geplant und die Schüler waren dann dem Mehrverkehr nicht mehr ausgesetzt.
Mir war von Anfang an klar, dass ich mit dieser Aktion, die die Gewohnheiten vieler Mitbürger (temporär) beeinträchtigte, nicht nur auf Zustimmung stossen würde. Entsprechend erhielt ich auch negative Rückmeldungen. Dass in diesem Zeitraum jedoch keine einzige Person zu Schaden kam, gab mir im Nachhinein die nötige Ruhe, diesen Äusserungen gelassen zu begegnen.
Mir ist bewusst, dass behördliches Handeln stets von Kritik begleitet wird. Sowohl persönliche als auch berufliche Erfahrungen haben mich gelehrt, damit einen konstruktiven Umgang zu finden. Nicht selten entwickelten sich daraus gute und interessante Gespräche, die das gegenseitige Verständnis förderten.